Psychotherapie in eigener Praxis

Welche Therapie darf ein Heilpraktiker für Psychotherapie in seiner Praxis anwenden?

Diese Frage ist relativ eindeutig zu beantworten: Für jeden Heilpraktiker gelten die Prinzipien der Therapiefreiheit und der Sorgfaltspflicht. Ein Heilpraktiker für Psychotherapie darf also jede Art von Psychotherapie anwenden, wenn er aufgrund seiner Ausbildung „die Befähigung besitzt, Patienten entsprechend der Diagnose psychotherapeutisch zu behandeln“ und hierbei gewährleistet ist, dass der Patient durch die konkrete Behandlung keinen gesundheitlichen Schaden erleidet (BVerwG 3 C 34.90 vom 21.01.1993; Kap. 16.1.2, Box 16.1).

Ein Heilpraktiker für Psychotherapie darf also auch mit Therapieverfahren arbeiten, die ein Psychologischer Psychotherapeut nicht anwendet oder zumindest nicht mit der „Kasse“ abrechnen kann – vorausgesetzt, er hat eine fundierte Ausbildung hierzu absolviert. Er darf z.B. mit Hypnose arbeiten, mit Kunst-, Gestalt- und Gesprächstherapie, mit Systemischer Therapie, Traumatherapie, Musiktherapie und vielen weiteren Richtungen der Psychotherapie, solange es sich dabei um Verfahren handelt, die nach allgemeinem Wissensstand als Psychotherapie anerkannt sind. Ein Überblick über häufig praktizierte anerkannte Psychotherapieverfahren findet sich weiter unten. Hierbei stellt sich früh schon die Frage:

Mit welcher Form von Psychotherapie will ich später in eigener Praxis arbeiten?

Mit Bestehen der Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie erwirbt jeder Prüfling die Berechtigung, in eigener Praxis psychotherapeutisch zu arbeiten. In der Regel lernen die zukünftigen Therapeuten bereits vor der Prüfung ein psychotherapeutisches Verfahren, das sie später in ihrer Praxis anwenden werden. Bevor jemand sich darauf einlässt, eine fundierte, oft 1–3 Jahre dauernde Ausbildung in einem psychotherapeutischen Verfahren zu erlernen, ist es ratsam, sich in einer ersten Entscheidungsphase drei wichtige Fragen zu stellen:

1. Ist die Therapie, die ich erlernen möchte, eine Therapieform, zu der ich mich so hingezogen fühle, dass ich sie in meiner zukünftigen Praxis mit Überzeugung und Begeisterung ausüben werde?

2. Ist es eine Therapie, die NICHT von Psychologischen Psychotherapeuten angeboten wird?

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Sicher durch die mündliche Prüfung

Allgemeines zum Ablauf der mündlichen HPP Überprüfung vor dem Gesundheitsamt“

In der Regel findet die mündliche Prüfung vor einer Prüfungskommission statt, die meist aus drei Prüfern besteht:

Amtsarzt/Amtsärztin (per Gesetz vorgeschrieben)
Psychiater(in) oder psychologische(r) Psychotherapeut(in)
Heilpraktiker(in) für Psychotherapie (meist für das Protokoll zuständig)

Einige Prüfungsämter fragen einfach nur Fachwissen ab – das solltest Du im Vorfeld mit Deinem Ausbildungsinstitut oder in Gesprächen mit ehemaligen Prüflingen klären. Einige Protokolle von Prüfungen, in denen nur Wissen abgefragt wird, findest Du in meinem Buch Heilpraktiker für Psychotherapie – Mündliche Prüfung.

3. Auflage 2019, 4. Aufl. Jan. 2023

In den meisten Bundesländern wird Dir jedoch nach einer kurzen Vorstellungsrunde („Wie haben Sie sich auf die Prüfung vorbereitet“ – „Mit welchen Menschen und mit welcher Therapie wollen Sie später arbeiten“ etc.) eine Fallgeschichte vorgelegt, anhand derer Du Deine diagnostischen Fähigkeiten unter Beweis stellen sollst. Nahezu immer folgt darauf irgendwann die Frage: „Arbeiten Sie mit dem Mann/der Frau“. Meist ist die Antwort darauf z.B.:

Bei einer Angststörung/Phobie/depressiven Störung/Essstörung etc. hat sich die VT bewährt, ich werde den Mann/die Frau motivieren, sich in Behandlung eines Verhaltenstherapeuten zu begeben.

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Prüfungsfragen – Prüfungsprotokolle – Diagnosetraining – Heilpraktiker für Psychotherapie

Schriftliche Prüfung: Lernen mit Prüfungsfragen

Die schriftliche Überprüfung zum HP Psych ist in nahezu allen Bundesländern identisch, d.h. Prüfungsfragen, die Du aus dem Internet herunterladen kannst, gelten auch für die schriftliche HPP Prüfung in Deinem Gesundheitsamt. Auch die Voraussetzungen für ein Bestehen der „Schriftlichen“ sind überall gleich: Von 28 Fragen sind 21 als richtig zu beantworten – Du darfst also maximal 7 Fehler machen.

Prüfungsfragen aus dem Internet – darauf solltest Du achten: Werden zu den Prüfungsfragen auch die offiziellen Lösungen veröffentlicht? Und: Finden sich in den Lösungen auch fachkundige Erklärungen für schwierige Prüfungsfragen?

Und denk daran:

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Prüfungstraining am Forum Gilching GbR

Vorbereitungskurse für die HPP-Prüfung

  • Halbjahreskurs : 13 Kurstage, Kursbeginn 21.10.22 (14.30-20.00 Uhr)
  • Ganzjahreskurs : 16 Kurstage, Kursbeginn 8.11.22 (14-tägig, 9-13 Uhr)
  • Kursleitung: Gisela Schneider und Walter Hiemer
  • Kursgebühr: Halbjahreskurs: € 1.550,00 – Ganzjahreskurs: € 1.600,00
  • Mehr unter Ausbildung Heilpraktiker Psychotherapie

Prüfungstraining schriftliche HPP Prüfung ONLINE

Generalwiederholung aller prüfungsrelevanten Themen
  • Fallgeschichten zum Wiederholen der Elementarfunktionen.
  • Original-Prüfungsfragen zu allen wichtigen Störungsbildern der ICD-10
  • Hinweise zu bewährten Lösungsstrategien
  • Überblicksgrafiken, Schaubilder, Lernhilfen, „Eselsbrücken“ u.a.m.
  • Zwei Kurstage mit unterschiedlichen Lerninhalten
  • Prüfungstraining, Teil 1: 23. Sept. 2022, 14.30-20.00 Uhr (€ 130,00)
  • Prüfungstraining, Teil 2: 30. Sept. 2022, 14.30-20.00 Uhr (€ 130,00)
  • Mehr unter Prüfungstraining schriftliche Prüfung

Fälletraining mündliche HPP Prüfung Online- oder Präsenzunterricht

So., 23. Okt. 2022, 10-18 Uhr (€ 140,00)

Die wichtigsten Themen im Überblick

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Erlaubte Therapieverfahren – was darf man im Mündlichen sagen?

1. Immer wieder werde ich in meinen Kursen wie auch in meinem Blog gefragt, welche Therapieverfahren ein HP-Psych anwenden bzw. mit welchen Klienten er arbeiten oder auch nicht arbeiten darf. Dies Frage ist relativ eindeutig zu beantworten, wenn es um die schriftliche Prüfung geht: für jeden Heilpraktiker gelten die Prinzipien der Therapiefreiheit und der Sorgfaltspflicht. Ein Heilpraktiker für Psychotherapie darf also jede Art von Psychotherapie anwenden, wenn gewährleistet ist, dass er auf Grund seiner Ausbildung „die Befähigung hat, Patienten entsprechend der Diagnose psychotherapeutisch zu behandeln“. Ein HP-Psych darf somit verhaltenstherapeutisch arbeiten, wenn er eine fundierte Ausbildung hierzu absolviert hat; deshalb darf er auch – wie in einer Prüfungsfrage der Herbstprüfung 15-2 – Störungen behandeln, für die i.d.R. die Verhaltenstherapie angewandt wird. Er darf natürlich auch mit Hypnose arbeiten, mit Kunst-, Gestalt- und Gesprächstherapie, mit systemischer Familientherapie, Tanztherapie, Arbeit mit dem Tonfeld etc. Und: Er darf auch psychoanalytisch arbeiten, wenn er eine entsprechende Ausbildung (z.B. als Laienanalytiker) absolviert hat. Einige Fragen zum Thema „Welche Therapieverfahren darf ein HP-Psych anwenden?“ finden Sie unter Punkt 3.

In diesem Zusammenhang noch ein Wort zum Begriff „Psychotherapie„: Das Wort Therapie kommt vom griechischen „therapeia“ und bedeutet: „Heilung/Linderung einer Erkrankung“. Psycho-Therapie bedeutet somit: Heilung oder Linderung einer psychischen Erkrankung. Wenn jemand allerdings ein Verfahren gelernt hat, mit dem man vorwiegend mit Gesunden arbeitet (z.B. Coaching; Lebensberatung), so zählt dies nicht zur Psychotherapie. Wenn jemand damit – als HP-Psych oder Laie – psychisch Kranke behandelt, ist er ebenso eine „Gefahr für die Volksgesundheit“ wie ein großer HP oder HP-Psych, der mit einem Wochenendkurs Hypnose, Gesprächstherapie oder Familienstellen Menschen mit einer Angststörung, einer Zwangserkrankung oder einer PTBS zu behandeln versucht.

2. Schwieriger ist die Beantwortung der Frage, wenn es um die mündliche Prüfung geht:

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Heilpraktiker Psychotherapie : Tipps und Tricks für die schriftliche Prüfung 2022-2 (2)

„Psychotherapeutische Verfahren“ – „Vorsicht Falle“ – „Das habe ich noch nie gehört“ – „Thema unbekannt“ u.a.m.

1. Fragen zu psychotherapeutischen Verfahren

Wie in Teil 1 bereits beschrieben, gab es in letzter Zeit in jeder Prüfung 4-5 Fragen zu psychotherapeutischen Verfahren – im Gegensatz zu früheren Jahren, wo die Themenbereiche Schizophrenie, affektive Störungen, psychotrope Substanzen und psychopathologischer Befund vorherrschten.

In den Jahren 2012-1 bis 2022-1 (20 Prüfungen) gab es insgesamt 75 Fragen zum Thema Psychotherapie, die sich wie folgt verteilten:

  • Verhaltenstherapie: 31 Fragen
  • Psychoanalyse: 13 Fragen
  • Allgemeine Fragen, z.B. „Was zählt zur Psychotherapie“: 20 Fragen
  • Andere Therapieverfahren, z.B. DBT, AT, Übungen zur Achtsamkeit u.a.m.: 11 Fragen
  • Ein Sonderfall war die Prüfung 22-1: da gab es 11 Fragen zur „Psychotherapie“, darunter auch eine Frage zur Dialektisch Behavioralen Therapie (DBT), zum SORKC-Modell, zur systematischen Desensibilisierung, zu Merkmalen der Gruppentherapie, zum therapeutischen Vorgehen bei einer Somatisierungsstörung, zu Prinzipien der Psychoanalyse, zum sekundären Krankheitsgewinn, zu den Therapieformen, die ein HP-Psych ausüben darf, welche Therapieverfahren zur Psychotherapie zählen u.a. mehr.
  • Zusammengefasst bedeutet dies für Dein Lernprogramm: Psychotherapeutische Verfahren sollten auf Deiner Lernliste weit oben stehen.
  • Wichtig zu wissen:
  • In allen seit 1996 abgehaltenen Prüfungen gab es keine einzige Frage zu den Merkmalen der Psychotherapie nach C.G.Jung, Alfred Adler, Viktor Frankl, Fritz Perls, I. Moreno u.a. mehr. So interessant diese Pioniere der Psychotherapie auch sein mögen – Du kannst sie in Deinem Lernprogramm streichen.
  • In den letzten Jahren kamen vereinzelt auch Fragen zu Entspannungsverfahren (AT; PMR), EMDR, DBT und Techniken der Achtsamkeit. Hier genügt es, die Lösungsvorschläge vergangener Prüfungsfragen durchzugehen und sich die wichtigsten Merkmale hierzu einzuprägen. Meine „Lernkarten“ und mein Buch „Schriftliche Prüfung“ können hierbei vielleicht eine wertvolle Hilfe sein.

2. „Ausgefallene“ Themen, die in bisherigen Prüfungen kaum oder nie vorkamen

Auffällig ist, dass  die Prüfer in letzter Zeit Themenbereiche einbauen, die man in den herunterzuladenden Prüfungsfragen nicht findet, weil sie bisher nie oder fast nie im Schriftlichen vorkamen. Beispiele:

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Lerntipps für die schriftliche HPP-Prüfung

Lernen – aber wie?

Psychologische und neurologische Erkenntnisse über das Lernen
(Zusammenfassung von Kap. 1 meines Buchs „Schriftliche Prüfung: Heilpraktiker für  Psychotherapie„. 4. Auflage (Juli 2022). Elsevier-Verlag, € 36,00.

Beim Lernen auf die Prüfung haben Sie wahrscheinlich die Erfahrung gemacht, dass mühsam Gelerntes innerhalb kürzester Zeit  aus Ihrem Gedächtnis entschwunden ist. Diese Erkenntnis ist nicht neu: schon Ende des 19. Jahrhunderts konnte der Psychologe H.Ebbinghaus in verschiedenen Lernexperimenten nachweisen, dass wir bereits 20 Minuten nach dem Lernen sinnloser Silben 40 % des Gelernten nicht mehr abrufen können; nach einer Stunde haben wir über die Hälfte, nach einem Tag zwei Drittel, nach 6 Tagen über 85 % des Gelernten vergessen – vorausgesetzt, das auswendig Gelernte wurde nicht wiederholt.

Inzwischen haben Lernpsychologen auf der Grundlage der Ebbinghaus’schen Lernkurve unser Wissen über erfolgreiches Lernen erweitert und hierbei wichtige Erkenntnisse gewonnen, die hier stichpunktartig zusammengefasst werden:

1. Viele Eingangskanäle ansprechen
Neu Gelerntes wird umso besser erinnert, je mehr „Eingangskanäle“ beim Lernen aktiviert werden (Hören, Sehen, Lesen, Sprechen, Schreiben, Zeichnen, Malen, Riechen, Schmecken etc.). Auf diese Weise kann sich das Gelernte an vielen verschiedenen Teilen des Gehirns mit den dort vorhandenen „Schaltkreisen“ verbinden.

2. Emotionale „Erregung“:
Bei Dingen, die uns emotional stark berühren, genügt ein einmaliges Erleben, damit sich das Ereignis lebenslang einprägt: die erste Liebe, der erste Kuss, ein wunderschöner Urlaubstag, aber auch traumatische Erlebnisse aus der Kindheit oder dem Erwachsenenalter bleiben oft so intensiv in unserem Gedächtnis haften, dass wir uns ein Leben lang daran erinnern. Die Erklärung hierfür findet sich in einem Merksatz, den wir uns für das Lernen zunutze machen sollten:
„Was uns emotional nicht berührt, wird schnell vergessen“
Oder umgekehrt: Je mehr Sie an dem, was Sie lernen, emotional beteiligt sind, desto besser und länger prägt sich das Gelernte ein. Das könnte damit beginnen, dass Sie Teile des Skripts in Stichworten zusammenfassen und dann laut sprechen, vor dem Spiegel vortragen, in einer Arbeitsgruppe erläutern oder auf ein Diktiergerät aufnehmen. Oder aber Sie schreiben wichtige Teile des Gelernten auf Karteikarten und erweitern Ihr Wissen durch Filmausschnitte , lebensnahe Fallgeschichten (z.B. aus meinem Buch „Sicher durch die mündliche Prüfung“); oder indem Sie – allein oder mit einem Freund/einer Freundin – im Rollenspiel z.B. einen Schizophrenen, einen Maniker, einen „Borderliner“ oder einen Menschen mit einer schizoiden/paranoiden/ abhängigen Persönlichkeitsstörung imitieren (natürlich auf der Grundlage der Diagnosekriterien nach ICD-10).

Auf neuronaler Ebene kann man sich die Grundlagen für „emotionales Lernen“ vereinfacht folgendermaßen vorstellen:

Aus den unzähligen auf uns einstürmenden Sinneseindrücke wählt das Gehirn die Informationen aus, die es für wichtig erachtet, andere werden von vornherein abgeblockt. Die neuen Informationen werden über eine kleine Hirnregion mit dem Namen „Hippokampus“ („Seepferdchen“) verarbeitet. Der Hippokampus unterscheidet nochmals zwischen „wichtig“ (emotional erregend) und „unwichtig“ (emotional unbedeutend), ordnet die eingetroffenen Informationen und transferiert sich nach einigen Stunden bis Tagen in die „zuständigen“ Areale der Hirnrinde (des „Langzeitgedächtnisses“). Das funktioniert allerdings nur, wenn nicht ununterbrochen neue, wichtige Informationen den Hippocampus überfluten: dann nämlich werfen die neu ankommenden Lerninhalte die im Hippocampus kreisenden Informationen aus dem System – das vor ein paar Stunden Gelernte ist verschwunden. Ein mehrere Stunden andauerndes Lernen ohne Zwischenpausen ist deshalb kontraindiziert.

Lernprobleme gibt es auch, wenn jemand sich in einer emotionalen Krise befindet: die ständig kreisenden emotional „aufgeladenen“ Gedanken lassen kaum zu, dass neue, emotional weniger „erregende“ Lerninhalte, aufgenommen werden. Falls dies doch geschieht, wird das soeben Gelernte schnell von den belastenden Gedanken verdrängt und aus dem „System“ geworfen.

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Intensivkurs HP Psychotherapie

Mein neues Kurzlehrbuch. Mit 150 Fallgeschichten zu allen wichtigen Krankheitsbildern.

Im Dezember 2021 ist die 2. Auflage meines Kurzlehrbuch „Psychiatrie leicht verstehen“ erschienen, nun unter neuem Titel: Intensivkurs Heilpraktiker Psychotherapie (Elsevier-Verlag, € 44,00).

Die folgende Amazon-Rezension zur Erstauflage fasst die wesentlichen Merkmale des Buchs in Kürze zusammen:

Amazon Top-Kundenrezensionen

Alles was ich seit Monaten gesucht habe in einem Buch. Vom 9.11.2017

Nach wenigen Seiten  fühle ich richtig Euphorie. Ich sammle seit 4 Monaten Unterlagen und kaufe alles was ich auf Amazon finden kann um für die „kleine Heilpraktiker“-Prüfung zu lernen und war immer unsicher, von welchem Gebiet wie viel Wissen notwendig ist. Oft war ich verängstigt oder enttäuscht. Jetzt habe ich zum ersten Mal den Eindruck eine sehr klare Übersicht und alle notwendigen Erklärungen in einem Buch zu finden. Ich nehme eine große Welle von Optimismus wahr und lerne gleich 6 Stunden durch. Jedes Fremdwort wird erklärt, jede Störung mit einer Beispielgeschichte illustriert und gleichzeitig verdeutlichen klare Grafiken Zusammenhänge und Unterschiede. Es gibt Merkhilfen und Eselsbrücken, die Reihenfolge des Materials fühlt sich stimmig an. Begriffe werden sinnvoll eingeführt und meine Neugier wird immer wieder aufs Neue geweckt. Es ist mir seit Tagen eine große Freude mit diesem Buch zu lernen.
Vielen Dank für dieses fantastische Werk!

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Tipps und Tricks für die die schriftliche Prüfung Teil 1

1. Was wird in der schriftlichen HPP-Prüfung verlangt?
Die schriftliche Prüfung besteht aus 28 Multiple-Choice-Fragen, Um die Prüfung zu bestehen, müssen mindestens 21 Fragen richtig beantwortet sein. Die 28 Prüfungsfragen setzen sich aus folgenden Themenbereichen zusammen:

  •  Psychotherapieverfahren mit den Schwerpunkten Verhaltenstherapie und Psychoanalyse. Ca. 4-5 Fragen pro Prüfung. Mehr dazu in Teil 2 der „Tipps und Tricks“.
  •  Psychische Erkrankungen der Ziffern 0-9 aus der ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen. Nicht alle der dort aufgeführten Krankheitsbilder sind prüfungsrelevant (siehe Kommentar unter Punkt 2)
  • Diagnostik: Psychopathologischer Befund und Elementarfunktionen
  • Neurologische Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen mit Symptomen, die man mit psychischen Störungen verwechseln könnte. Am häufigsten hierbei: Erkrankungen der Schilddrüse; Diabetes; neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson, Epilepsie.
  • Suizid und Suizidalität: Ursachen und Symptome
  • Rechtsvorschriften:  Psychisch-Kranken-Gesetz und Betreuungsrecht

2. Achtung! Nicht alle THEMENBEREICHE der ICD-10 sind prüfungsrelevant.
Die Folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Häufigkeit von Prüfungsfragen der letzten 5 Jahre. Im Gegensatz zu früheren Prüfungen stehen Fragen zu psychotherapeutischen Verfahren mit etwa 16% (4-5 Fragen pro Prüfung) an erster Stelle. Mehr hierzu im 2. Teil der „Tipps und Tricks“. An 2. Stelle stehen die unter F4 aufgelisteten  „psychogenen“ Störungen (12,5 %) mit den Schwerpunkten  Angst- und Zwangsstörungen,  somatoforme Störungen, Belastungsstörungen, gefolgt von schizophrenen und affektiven Störungen und psychotropen Substanzen, an 3. Stelle Fragen zum psychopathologischen Befund (siehe Beispiele unten). Obwohl nur 1-2 mal pro Prüfung verlangt sind Fragen zur Demenz, zum Delir und zu ausgewählten Persönlichkeitsstörungen  nach wie vor aktuell. Auch Fragen zu Essstörungen, zur Suizidalität und zum Psychisch-Krankengesetz waren in nahezu jeder Prüfung einmal vorhanden.

Zu Punkt 3 der Tabelle: Fragen zur Diagnostik und zum psychopathologischen Befund sind in jeder Prüfung 2 bis 4 mal zu finden. Dazu zählen Fragen wie:

Grübeln gehört im psychopathologischen Befund zur Gruppe der…“

„Unkontrollierte Steigerung des Antriebs (Antriebsenthemmung) wird beobachtet bei… „

„Ein Mann wird durch Überaktivität, sorglose Heiterkeit, Distanzlosigkeit und Unkonzentriertheit auffällig; es besteht kein Krankheitsgefühl. Differenzialdiagnostisch sind folgende Erkrankungen in Betracht ziehen oder durch weitere Fragen abzuklären…“

„Ein 65-jähriger Patient befindet sich seit einigen Wochen im Ruhestand. eine Frau berichtet, dass er sich seither stark verändert habe. Er sei sehr zurückgezogen und wortkarg. Wenn er mit ihr spreche, äußere er nur Sorgen und Ängste…“

Viele Fragen zum psychopathogischen Befund+ Diagnostik findet Ihr in Kap. 2 meines Buchs „Schriftliche Prüfung Heilpraktiker Psychotherapie“ (4. Auflage Juli 2022) –> HP Psych: Schriftliche Prüfung

3. Wichtig zu wissen: Nicht alle Störungsbilder der ICD-10 werden in der Prüfung abgefragt!
Beim Lernen solltest du  die Krankheitsbilder aussparen, die in den vergangenen Prüfungen nie oder fast nie vorgekommen sind. Beim Durchgehen der letzten 10-15 Prüfungen kristallisiert sich schnell heraus, welche Störungsbilder besonders häufig vorkommen, wie die Fragen dazu aussehen und vor allem: Welche in der ICD-10 aufgelisteten psychischen Erkrankungen bisher nie oder fast nie gefragt wurden.

Ganz wichtig hierbei:

  • Lernpsychologisch gesehen ist es unmöglich, die gesamte ICD-10 mit allen Krankheitsbildern und dazu gehörigen Diagnosekriterien im Kopf zu behalten. Besser ist es, in einem HPP-Vorbereitungskurs ausgewählte  Kapitel der ICD-10  kennenzulernen und so zu verinnerlichen, dass das Gelernte in der Prüfung abrufbar ist. Im Raum München und Umgebung bietet das Forum Gilching GbR halbjährlich Vorbereitungskurse an, die in 11 oder 16 Kurstagen alles nötige Prüfungswissen vermitteln.
  • Alternativ ist es auch möglich, sich über Lehrbücher auf die Prüfung vorzubereiten.  Nicht bewährt haben sich hierbei Lehrbücher der Psychiatrie, die auf Medizinstudenten zugeschnitten und deshalb in einer Sprache verfasst sind, die Einsteiger in die Thematik dazu zwingt, ständig bei Google „nachzuschlagen“
  • Sinnvoller ist es, sich das entsprechende Wissen über Bücher anzueignen, die Euch als Einsteiger sprachlich und inhaltlich nicht überfordern, in der Vermittlung der Lerninhalte vom „Einfachen“ zum „Schwierigen“ vorgehen und Fachausdrücke im laufenden Text erklären. Mehr hierzu unter Intensivkurs HP-Psych.
  • Viele unserer Kursteilnehmer haben es überdies als hilfreich empfunden, nicht nur Prüfungsfragen aus dem Internet herunterzuladen und in Eigenregie zu lösen, sondern  meine Lernkarten mit Kommentaren zu allen Lösungsvorschlägen wieder und wieder durchzuarbeiten und falsch beantwortete Kärtchen auszusortieren, um sie später nochmals – evtl. mehrmals – zu bearbeiten.   Die Neuauflage mit Original-Prüfungsfragen der Jahre 2012-2021 erscheint Mitte August 2022. Mehr hierzu unter Lernkarten HP-Psych
  • Und nicht zu vergessen: Einige Heilpraktikerschulen bieten kurz vor der schriftlichen Prüfung Übungsabende zur Wiederholung des gesamten Lernstoffes an. Das Forum Gilching hat hierzu zwei Halbtage (Frei., 14.30-20.00) eingeplant. Mehr hierzu unter Prüfungstraining.
  • Hinweise zu bewährten Lerntechniken und zum Umgang mit Prüfungsfragen aus der Kategorie „Vorsicht Falle“ findet Ihr in Teil 2 der Tipps für die schriftliche Prüfung.
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Systemische Bild-, Gestalt- & Traumatherapie (BGT)

Was ist das Besondere an „unserer“ BGT

Am Forum Gilching  bilden wir  –  Ute und Rudolf Schneider – seit September 2006 in einer Therapieform aus, die sich über Jahre hinweg in unseren  Ausbildungsseminaren entwickelt hat und viele bereits bekannte Richtungen der Psychologie und Psychotherapie in sich vereint. Wir haben ihr den Namen  Systemische Bild-, Gestalt- und Traumatherapie (Kurzform: BGT) gegeben. Warum wir diesen Namen gewählt haben, ist nachfolgender Kurzbeschreibung  zu entnehmen.

Elemente aus Philosophie, Psychologie und Psychotherapie, die sich in unserer BGT zu einer „Ganzheitlichen Psychotherapie“ verbunden haben

1. Gestalt-Psychologie: Der Begriff „Gestalt“ als philosophischer und psychologischer Begriff geht auf u.a. auf Max Wertheimer zurück, der in den Jahren 1910-1914 in Experimenten und wissenschaftlichen Beiträgen die Grundlagen der Gestaltpsychologie/Gestaltphilosophie erarbeitete. Wertheimer ging davon aus, dass jeder lebende Organismus nach Ganzheit strebt, genauer: nach einem „sinnvollen Ganzen“, das mehr ist „als die Summe seiner Teile“ (Aristoteles). Auf den Menschen übertragen bedeutet dies: unser Körper  ist mehr als die Summe seiner Glieder und Organe, unser Ich ist mehr als die Summe unserer einzelnen Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen. In diesem Sinne von „Ganzheit“ verwenden wir den Begriff  „Gestalttherapie“ in unserer  ganzheitlichen  BGT: Sie soll den Menschen helfen, wieder  „ganz“ zu werden. Da Körper, Geist und Seele nach gestaltpsycho­logischer Vorstellung eine „untrennbare Einheit“ bilden, wirken sich seelische Verletzungen auch auf den Körper aus und umgekehrt.

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HP-Psychotherapie: Schriftliche Prüfung vom 16. März 2016

Die heutige schriftliche Prüfung war – denke ich – gut machbar. Die Lösungen stehen seit 13h im Netz unter Forum-Gilching.de (Prüfung März 2016). Ab morgen finden Sie alle Fragen mit Lösungen und Kurzkommentaren auf derselben Seite/Menu linke Spalte. Bei einer Analyse der einzelnen Prüfungsfragen ergeben sich Schwerpunkte, die sich z.T. wesentlich von den früheren Prüfungen unterscheiden:

1. An erster Stelle stehen mit 7 Fragen die psychogenen Störungen (ICD-10: F4), wenn man das Messie-Syndrom (= zwanghaftes Horten) dazu zählt.
2. An zweiter Stelle steht mit 4 Fragen das Thema „psychotrope Substanzen“ (Kokain, Cannabis, Alkohol, synthetische Kräutermischungen –> in der Frage „psychiatrische Notfälle“). Das sind weit mehr Fragen zu diesem Thema als in früheren Prüfungen.
3. An dritter Stelle stehen mit drei Fragen die affektiven Störungen
4. An vierter Stelle stehen mit je 2 Fagen: Verhaltenstherapie; formale/inhaltliche Denkstörungen; Suizidalität+Unterbringung; organische psychische Störungen (eine davon in der Frage „psychiatrische Notfälle“).
5. Von den weiteren Themen gab es nur je ein Frage. Themen: Schizophrenie, Alzheimer, Parkinson, Essstörungen, Legasthenie, paranoide Persönlichkeitsstörung und Akathisie.

Fragen zur medikamentösen Behandlung von schweren Depressionen und schizophrenen Störungen fehlten diesmal, ebenso Fragen zur Plus-/Minus-Symptomatik bei Schizophrenie und zur Freudschen Psychoanalyse. Gerade beim Thema Psychotherapie ist eine massive Verschiebung in Richtung VT feststellbar. Seit 2012 findet sich nur noch sporadisch eine Frage zur Psychoanalyse, und dann in der Regel nur zu den Abwehrmechanismen, die ja auch bei anderen Therapieformen eine Rolle spielen.

Kommentare zu einigen Prüfungsfragen (Gruppe A):
► Zu Frage 5: Synthetische Kräutermischungen. Bei den im Handel erhältlichen „Kräutermischungen“ handelt es sich offiziell um „Räuchermischungen“ die zur Raumluftaromatisierung gedacht sind. Konsumenten rauchen sie jedoch. Die Wirkung ist ähnlich wie bei Cannabis. Da sich die „Kräutermischungen“ aus unterschiedlichen pflanzlichen Bestandteilen und (häufig) synthetischen Cannabinoiden und anderen synthetischen Rauschstoffen zusammensetzen, können beim Rauchen massive psychotische Symptome auftreten. Auch über gefährliche körperliche Reaktionen bis hin zu Bewusstlosigkeit und Koma gibt es Berichte. Die erste Droge dieser Art war „Spice“, später kamen anders zusammengesetzt synthetische Kräutermischuzngen huinzu, z.B. Lava Red, Monkey go bananas, Bonzai, Bloom, Maya, PI, OMG, Sweed und Space.

► Zu Frage 22: Begleitsymptome bei Morbus Parkinson: Die „Bradyphrenie“ (Verlangsamung der geistigen Funktionen) äußert sich u.a. darin, dass sich bei vielen Parkinson-Patienten eine Demenz entwickelt. In der Fachliteratur findet sich auch der Hinweis, dass die Erkrankung oft mit Affektlabilität, z.B. enthemmtem Lachen oder Weinen einhergeht.

► Zu Frage 17: Akathisie. Die als Akathisie bezeichnete Sitzunruhe ist meist die Folge einer Behandlung mit Neuroleptika (in der Frage nicht erwähnt; nur durch Analyse der Symptome zu erschließen). Sie äußert sich in einer inneren Unruhe und einem nicht bezwingbaren Bedürfnis, sich zu bewegen. Dies macht es für die Patienten unmöglich, eine sitzende oder stehende Körperhaltung für längere Zeit beizubehalten.

► Zu Frage 28: Messie-Syndrom. Das Messie-Syndrom findet sich nicht in der ICD-10. Obwohl sich das Wort aus dem Englischen herleitet (mess = Chaos, Unordnung, Durcheinander), heisst die Störung im DSM-5 „compulsive hoarding“, d.h. „zwanghaftes Horten“. Meist verbirgt sich hinter dem zwanghaften Sammeln und Nicht-Wegwerfen-Können die zwanghafte Angst, sich von Dingen zu trennen, die man vielleicht noch brauchen könnte. In vielen Fällen steckt hinter einer vermüllten Wohnung aberauch eine schwere depressive Episode mit dazugehöriger Störung des Antriebs, so dass die Betroffenen unfähig sind aufzuräumen, Dinge wegzuwerfen oder den Müll zuz entsorgen. — Viele Menschen mit Messie-Syndrom ziehen sich von den Mitmenschen zurück und leben sozial isoliert.

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Titelschutz für „Hypnotherapeuten“

Im Dezember 2013 hat die „Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie e.V.“ (DGH) auf ihrer Internetseite einen Beitrag zum Titelschutz für Hypno- bzw. Hypnosetherapeuten veröffentlicht. Die DGH berichtet, sie habe eine auf das Medizinrecht/Gesundheitsrecht spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei in Berlin mit der Erstellung einer rechtsgutachterlichen Stellungnahme zu der Frage beauftragt, auf Grund welcher Qualifikation jemand sich als Hypnotherapeut bezeichnen darf. Die Bezeichnung „Therapeut“ werde von den Patienten als Hinweis auf eine Person verstanden, die über eine Approbation verfüge (Psychologischer Psychotherapeut; Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut etc.).

Zitat: „Daher haben die Zivilgerichte beispielsweise die Bezeichnung als „Familientherapeut“ und als „Praxis für Traumatherapie“ durch Nicht-Approbierte für unzulässig gehalten, soweit nicht für die Patienten klar zu erkennen ist, dass der Ankündigende NICHT über eine entsprechende Qualifikation (Approbation) verfügt.“ Mehr hierzu auf www.dgh-hypnose.de

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